Erst-, Zweit- und Drittkorrekturen

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Jetzt ist die Korrekturkampagne durch. Meine Befürchtungen bei den Zweitkorrekturen haben sich bestätigt: Der Kollege/die Kollegin (ich kenne ja keinerlei Identitäten) Drittkorrektor musste mehr als die Hälfte der Arbeiten nachkorrigieren, und die Differenzen waren teils beträchtlich. Die Erstnoten waren, wie befürchtet, teilweise exorbitant. Befriedigend: Der Drittkorrektor schlug sich tendenziell mehr auf meine Seite als auf die des Erstkorrektors, auch wenn er für meinen Geschmack ein wenig zu oft zu mitteln versuchte.

Mit den Nachkorrekturen meines eigenen Kurses kann ich dagegen durchaus zufrieden sein: Nur wenige Male musste der Drittkorrektor wegen einer Differenz >2 Punkte nachfassen, und auch da war auch nichts wirklich Erschreckendes dabei. Genau so war es auch bei meinen eigenen Drittkorrekturen: mäßige Abweichungen zwischen den beiden ersten Noten, alles im Rahmen.

Ich bin wieder mit dem System ein wenig versöhnt. Das Korrektiv scheint ja im Wesentlichen zu funktionieren und zu einer Objektivierung (sicher ein zu hoch gegriffener Terminus) beizutragen.

Zeitung

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Seit heute haben wir wieder eine Tageszeitung.
Als wir in Walldorf ein Grundstück kauften, hatte ich doch wirklich ganz kurz, aber durchaus ernsthaft überlegt, ob das richtig ist, ins Gebiet der Rhein-Neckar-Zeitung zu ziehen und damit nie den Mannheimer Morgen abonnieren zu können. Wir hatten auch konsequent jahrelang keine Tageszeitung: Lieber SPON und FAZ im Web als die RNZ im Briefkasten. Nun stellte sich aber auf  die ganz lange Sicht heraus, dass ein gelegentlicher Blick in den Lokalteil in der Schule nicht reicht. Das kostenlose Wochenblättchen ist auch kein Ersatz, genauso wenig wie der Gemeindeanzeiger. Gewichtigster Grund aber ist der Nachwuchs: Irgendwie soll der Sohn auch ans Zeitunglesen herangeführt werden, und sei es mit der RNZ.

Ich stelle mich auf manchen intellektuellen, ästhetischen und sprachlichen Frust ein. Warum können die nicht einfach fusionieren: Der MaMo macht den Mantel, die RNZ den Lokalteil?

Gerichtsschuh

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Meine Frau sucht nach Tennisschuhen. Sowas macht man evtl. heute auch bei einem großen Buchhändler online. Dort stieß sie dann immer wieder über den Begriff ‘Gerichtsschuh’. Eine Google-Suche brachte die Erklärung: Amazon hat das  englische Wort ‘court shoe’ einfach nur falsch übersetzt. :-)

BTW: Vielleicht behalte ich den ‘Versprecher der Woche‘ wirklich bei, benenne die Kategorie aber um in ‘sprachliche Fehlleistung der Woche’.

Warum ich Facebook nicht mag und lieber blogge

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Ich mag Facebook nicht. Es macht mir Angst. Ich fühle mich dort nicht wohl.
Und das, obwohl ich Computer sehr mag, Ich bin ein digital native, gehöre zur ersten Generation der Computerkids. Andere gehen (ab und zu) ins Internet, ich bin im Internet.

Nein, nicht obwohl, sondern weil ich Computernerd bin, mag ich Facebook nicht. Facebook macht mich trotz aller Computererfahrung zum Computeridioten.

Jetzt kann ich auf einmal das Unbehagen anderer vor dem Computer verstehen, unter dem ich früher so gelitten hatte. Wie oft habe ich beobachtet, dass Kollegen oder Bekannte sich vor der Benutzung des Computers scheuten:
“Das ist alles viel zu kompliziert, ich müsste mich tief einarbeiten, ich kann nicht abschätzen, was das Gerät genau macht, und mache deshalb lieber gar nichts damit.”

Das ist nämlich genau meine Abscheu vor Facebook:
Das ist alles zu kompliziert, ich müsste mich tief einarbeiten, ich kann nicht abschätzen, was das System genau macht, und mach deshalb lieber gar nichts mit Facebook.

Zwei Publikationen der letzten Zeit erklären mein Unbehagen recht gut:
In der FAZ wurde anlässlich des Facebook-Börsengangs eine lesenswerte ‘Bedienungsanleitung‘ für Facebook geschrieben. An sich gut und gut gemeint, und die Ratschläge sind allesamt sinnvoll. Aber die Anleitung hat mir wieder vor Augen geführt: Wenn ich FB wirklich guten Gewissens nutzen möchte, muss ich selbst unglaublich viel einstellen, beachten, das System und mich beherrschen. Denn Facebook selbst macht einem das schwer, und mein Verdacht ist: absichtlich und unnötig schwer. Zuckerberg hätte am liebsten den gläsernen Nutzer, der alles für jeden veröffentlicht. Denn das sind die Voreinstellungen des Systems. Ich kann diese zwar gezieltv verändern und vorgeben, welche meiner Facebook-Freunde was sehen können, aber das ist kompliziert in Untermenüs versteckt.

Und noch schlimmer: Auf der Benutzerschnittstelle, meiner Facebookseite, die ich als User sehe, kann ich kaum nachvollziehen, wie meine Seite für die jeweilige Bekannten-Gruppe aussieht und was wer sehen kann.

Und noch schlimmer: Ich habe den Verdacht, dass Facebook die Bedingungen auch urplötzlich ändern kann. Dann bin ich nach einer kurzen Änderung der unübersichtlichen AGB auf einmal wieder gezwungen, alle meine mühsamen Einstellungen anzupassen: “Will ich wirklich die ‘Chronik/Timeline’ als Standard-Layout haben?” Nein, also muss ich sie wegschalten, weil Facebook sie eingerichtet hat..

In eine ähnliche Stoßrichtung geht auch die zweite Publikation: Sascha Lobo bringt auf dem Punkt, dass man keinem Content-Verwalter im Netz trauen kann außer sich selbst. Wer sein ganzes Leben auf Facebook postet und alle seine Fotos bei Flickr, wer in die Pflege dieser Auftritte viel Arbeit gesteckt hat, der riskiert, dass alles plötzlich und mit einem Federstrich weg ist. Der Provider wird aufgekauft oder ändert seine Strategie, und alle Arbeit ist dahin. Eventuell sogar unwiederbringlich, weil es kein Backup auf einer eigenen Festplatte gibt.

Nein, solange es geht, werde ich so wenig wie möglich auf Facebook machen und so viel wie möglich auf meinen Blogs. Zwar sind die auch bei einem Provider gehostet (WordPress), aber ich kann ein komplettes Backup herunterziehen. Und ich kann zwar nicht so viel einstellen wie bei FB, dafür aber (sogar für mich) nachvollziehbar: Hier im ‘Notizblog’ darf jeder meine unmaßgeblichen Gedanken zu unmaßgeblichen Themen lesen. Daneben gibt es einen ‘Familienblog’, auf den man nur mit Einladung kommt. Da weiß ich, wie er aussieht. Und ich sehe in einer schön sauberen Liste, wer ihn sehen darf.

Kongruenz der Ereignisse

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Ich saß im Eiscafé, hatte meinen Amarenabecher gerade genossen und lauschte noch weiter einem Podcast: SWR2 Wissen: “Mir geht nichts über mich! Max Stirners Philosophie der radikalen Selbstbehauptung”.
Da setzte sich ein Mensch auf den anderen Stuhl dieses kleinen Eiscafétischs, ohne zu fragen. Dann fing er, wieder ohne zu fragen, an, sich eine Zigarette zu drehen. Als ich ihn leise und höflich (wie ich meine) darauf ansprach, dass ich gerne gefragt worden wäre, wurde er ziemlich schnell ziemlich laut, sodass die anderen Cafébesucher und Macello selbst aufmerksam wurden. Sein Rat, dass ich ja gehen könne, wenn’s mich stört, passte ohnehin gut zu meinem timing.

Ob Max Stirner auch ein Aggressionsproblem hatte, das ihn zu seiner Philosophie brachte?

Tipp-App

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Seit ein paar Tagen kursiert im Netz ein Video mit einem Konzept, wie das  Tippen auf dem iPhone oder iPad schneller und besser gestaltet werden könnte. Ziel der Aktion: Möglichst viele User zu einem feature request an Apple anzuregen.

Dann ging es sehr schnell: Bereits seit gestern gibt es genau dieses Feature zum nachträglichen Installieren: SwipeSelection. Einschränkung: Es geht nur mit Jailbreak. :-( Also hat es sich doch mal wieder gelohnt, diese leidige Prozedur auf sich zu nehmen. :-)

Ich kann sogar nachvollziehen, dass Apple Bedenken bei dieser Methode hat. Die Absicht des iOS-GUI ist ja, die Objekte auf dem Display zu anfassbaren Gegenständen zu machen. Also soll man den Cursor direkt mit dem Finger verschieben und nicht durch ein Wischen über die Tastatur. Aber ein paar Minuten, nachdem ich den Hack installiert hatte, war ich bereits überzeugt: Es müsste beides möglich gemacht werden. Für Intensivnutzer ist die Sache durchaus intuitiv genug und erleichtert die Arbeit gewaltig.

‘Versprecher der Woche’

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das könnte sich ja evtl. sogar zu einer hübschen Rubrik entwickeln.
Heute ein schöner von meinem Chef:

… wenn das schon die Spatzen von den Deichen pfeffern!

ertappt

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Ich fühle mich doch tatsächlich getroffen:

Bis auf die Sache mit dem Smartphone (und paar andere Punkte, die ich aber jetzt nicht nennen will,) könnte man meinen: Frau Freitag beschreibt mich. :-)

in der Mühle: Quijote

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Ich bin überrascht, wie anders mir Pingos Kaffees schmecken als letztes Mal. Den ‘Dantes Inferno’ hatte ich als klasse Schokobombe in Erinnerung, fast ein idealer Standardkaffee. Jetzt wirkt er eher flau. Dagegen ist der ‘oh Harvey’ viel besser und runder. Der beste diesmal aber ganz klar ‘Black App’: Vor allem als Doppio ein spannender Genuss mit dominanten Bitternoten, die anschließend von sehr fruchtigen Aromen abgelöst werden. Leider zu heftig, als dass man das immer und ständig haben müsste. Aber auf jeden Fall eine echte Entdeckung.

verkehrte Fußballwelt

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Sandhausen spielt in der zweiten Fußball-Bundesliga! Ohne Hopp-Millionen hat es der zweite kurpfälzer Dorfverein so weit gebracht.

Und jetzt läuft Aachen Gefahr abzusteigen. Herzschmerz und Nostalgie: Von meinem alten Jugendzimmer aus kann man den Tivoli sehen, ich konnte bei offenem Fenster  immer den Spielstand hören. Das Aachener Stadion wurde vor wenigen Jahren ganz neu und viel größer gebaut – für die dritte Liga?

Dagegen Sandhausen: Fast täglich fahre ich am Stadion vorbei. Dort stehen Tribünen aus Gitterrohren, die jetzt noch mal aufgestockt werden sollen. Irgendwie sympathisch, das quasi ‘ökologisch’ abbaubar zu gestalten, wenn es demnächst vielleicht doch wieder runter in die dritte (oder gar vierte) Liga geht.

Aber verkehrte Welt: Ich werde demnächst mit dem Fahrrad zu einem Zweitligaspiel fahren können. Weil es so richtig unkompliziert ist, ist das fast noch attraktiver als Bundesliga in Sinsheim. Nur die Allemannia werde ich weder da noch dort sehen.

Nun ja, erst mal toitoitoi, vielleicht klappt’s ja doch noch: Aachen muss am Sonntag in München gewinnnen, Karlsruhe darf Frankfurt nicht besiegen. Wäre schade um KA, denn ein Nordbaden-Derby hätte auch was. Aber mein Alemannen-Herz schlägt stärker.

UPDATE: Es hat nichts genutzt. Auch Oh-Odonkor! konnte die Alemannia nicht retten, auch der Sieg im letzten Spiel nützte nichts, weil Karlsruhe auch gewann. Jetzt ist Alemannia Aachen wohl der Drittligist mit den treuesten Fans und dem größten Stadion. Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt? Wer hat so viel Pinkepinke, wer hat so viel Geld…

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